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Ratsbericht zum Voranschlag 2019

Voranschlag 2019 der Gemeinde Altendorf

Bei der Budgetierung 2019 und der Finanzplanung 2020 bis 2022 hat sich der Gemeinderat intensiv mit dem Infrastruktur-Bedarf der Gemeinde Altendorf in den kommenden Jahren auseinandergesetzt. Im Fokus liegen insbesondere Projekte im Bereich Schulinfrastruktur und Mehrzweckhallen sowie der weitere Platzbedarf von Vereinen sowie die Anliegen der Tiefbaukommission aus den Bereichen Strassen, Wasser und Abwasser, welche in die Planungen miteingeflossen sind. Zudem wurden Vorhaben aus dem Bereich Freizeitgestaltung direkt in den Voranschlag der Laufenden Rechnung aufgenommen. Der Gemeinderat hat deshalb in den Finanzplan-Jahren 2020 bis 2022 entsprechende Honorarkosten für Beratungen und vertiefte Abklärungen vorgesehen. Welche Projekte ab 2023 die Jahresrechnung belasten werden, ist momentan noch nicht konkret absehbar. Damit der Gemeinderat zum gegebenen Zeitpunkt nicht nur auf Bedürfnisse reagieren muss, sondern rechtzeitig vorausschauend agieren kann, sind in den Jahren 2020 bis 2022 im Bereich 790 "Raumordnung" Planer-Honorare vorgesehen, um eine Bedarfsstudie erstellen zu können.

Die Gemeinde Altendorf verfügte per Ende 2017 über ein Eigenkapital von 15.7 Mio. Franken und damit über eine ausgezeichnete finanzielle Ausgangslage für das laufende Jahr und die Folgejahre. Aufgrund des gesetzlichen Auftrags, das Eigenkapital nicht überproportional ansteigen zu lassen, ist im Voranschlag 2019 erneut eine Steuerfusssenkung vorgesehen. Das Budget, das am 21. November den Stimmberechtigen unterbreitet wird, basiert deshalb auf einem reduzierten Steuerfuss von 90 % für die natürlichen Personen (Vorjahr 95 %) und 75 % für die juristischen Personen (Vorjahr 80 %).

Die erwarteten Steuereinnahmen für das Jahr 2019 berücksichtigen diese Steuerfusssenkungen und sind auf Basis der bis Anfang September erreichten Erträge des Jahres 2018 kalkuliert. Diese liegen erfreulicherweise rund 840'000 Franken über den budgetierten Werten, wobei die höheren Vorjahressteuern natürlicher Personen grösstenteils nur als Einmal-Effekt zu werten sind. Trotz Erreichen der Einwohnerzahl von 7000 ist der Bevölkerungszuwachs in Altendorf in den letzten Jahren eher stagnierend. Bei den natürlichen Personen wird daher bei den Jahressteuern 2019 nur noch mit einer Zunahme der Steuererträge um 1.5 % gerechnet. Aufgrund der Erfahrungswerte der vergangenen Jahre wird dafür bei den Vorjahressteuern ein Ertrag von 2.0 statt 1.5 Mio. Franken erwartet. Bei den juristischen Personen wird aufgrund des Vergleichs mit der erfolgten Fakturierung ein Null-Zuwachs geschätzt.

Verglichen mit dem Budget 2018 fällt der Aufwandüberschuss 2019 trotzdem rund 600'000 Franken höher aus. Dies ist zu einem grossen Teil auf die Steuerfusssenkung zurückzuführen. Zudem wird die Laufende Rechnung einmalig belastet durch die Ersatzanschaffung von Büro- und Schulmöbeln, die Erweiterung des Informatiknetzwerks im Schulhaus Burggasse, die Erstellung eines "Pumptrack" (wellenförmig ausgestalteter Rundkurs zum Befahren mit Zweirädern aller Art, Skateboards und Inlineskates, geeignet für alle Altersklassen) als Freizeitangebot für alle Generationen und die Installation einer Toilettenanlage bei der Haab. Dies führt bei einem Aufwand von 24'365'200 Franken und einem Ertrag von 22'106'400 Franken zu einem Aufwandüberschuss der Laufenden Rechnung von 2'258'800 Franken.

Die Spezialfinanzierungen Feuerwehr, Wasserwerk, Abwasserbeseitigung und Abfallentsorgung können, wie im Finanzhaushaltsgesetz vorgesehen, ihre Aufwendungen durch Gebühren und Reserven selber decken. Bei der Feuerwehr-Ersatzabgabe kann aufgrund der gut dotierten Reserve eine Reduktion um 15 % angekündigt werden. Die nach Einkommen gestaffelten Tarife sinken von 110/145/240 Franken auf 95/125/205 Franken. Die Gebühren der anderen Spezialfinanzierungen bleiben konstant.

Die Investitionsrechnung plant Ausgaben für die Sanierung der Verwaltungsliegenschaft Dorfzentrum, für eine erste Etappe der Gestaltung des Parks am See, für diverse Projekte im Bereich Strassen, Wasser und Abwasser sowie für die erste Etappe der Renaturierung des Talbachs. Dadurch werden im nächsten Jahr Netto-Investitionen von 3'210'000 Franken ausgelöst. Die Spezialfinanzierungen Wasser und Abwasser können Ihre Investitionsausgaben aus eigenen Mitteln decken.

Beim horizontalen Finanzausgleich verlässt Altendorf die "neutrale Zone", ohne Ausgleichspflicht und ohne Anspruch auf Ausgleichszahlungen und wird wieder zur Zahler-Gemeinde. Gemäss den Berechnungen des Regierungsrates ist im Jahr 2019 mit einem Beitrag von 124'500 Franken zu rechnen.

Die Finanzpläne der letzten Jahre haben bereits angekündigt, dass in den Folgejahren mit Defiziten gerechnet werden muss. Diese werden ab 2018 und 2019 durch die Steuerfuss-Senkungen tendenziell noch höher ausfallen. Die Defizite sind jedoch in den Finanzplan-Jahren 2020 bis 2022 rückläufig und zu ihrer Deckung ist zurzeit noch genügend Eigenkapital vorhanden. Sind die Prognosen der Ergebnisse des laufenden Jahres und der vier Planjahre zutreffend, verbleibt am 31. Dezember 2022 ein Eigenkapital, bzw. eine Schwankungsreserve, von 6.85 Mio. Franken.

Gemeinderat Altendorf